Die Idee: wir gehen mal zum Webvideopreis (früher war lustiger)

Eigentlich bin ich von ganzem Herzen Social-Media-Mensch. Das ist Beruf, Hobby, Freizeit. Ist doch klar, dass ich dann auch möglichst vielen Social Media Veranstaltungen mittanze, wenn ich schon nicht in der Social-Media-Hauptstadt Berlin wohne. Im letzten Jahr war der Webvideopreis auch an das YouTube Barcamp gekoppelt. Allein deshalb hatten sich die üblichen Barcamp-Teilnehmer auch auf der Verleihung eingefunden. In diesem Jahr war alles etwas anders. Die Tickets gab es bereits vorab online käuflich zu erwerben und so war ich mit Holger direkt mit am Start und wir nahmen jeweils noch unsere Lebenspartner/in mit. Mit den Tickets war auch direkt ein fester Sitzplatz verbunden, wir vier saßen auf zwei unterschiedlichen Bühnen und konnten so die lustigen Momente erst im Nachgang besprechen. Erstes Fazit: letztes Jahr war es deutlich lustiger.

Der Abend: schicke Garderobe und Frisur, check

Als lernfähiger Mensch habe ich mich dieses Jahr mit dem passenden Outfit auf die Verleihung begeben: blaues Abendkleid und eine gesteckte Frisur von Wüster & Friends. Das passiert jetzt wirklich nicht oft, also habe ich mich über den Anlass gefreut. Mein Freund ist ganz schick und ganz in schwarz dazu gekommen. Endlich konnten wir mal wieder Fotos für die Eltern machen. 😀

Allerdings fühlten wir uns mehr wie die Eltern auf einem Abschlussball – ein Großteil der Besucher hat noch einmal die Kleider vom Tanzschulen-Abschlussball oder der kürzlich stattgefundenen Abi-Ball-Feier angezogen. Kombiniert wurde üblicherweise das schicke Kleid mit Sneakers. Allerdings stellte sich mir häufig die Frage: wenn alle jungen Mädels unter 22 diesen tollen YouTuberinnen aus dem Bereich Lifestyle und Mode folgen, warum haben sie alle so einen komischen Modegeschmack? Da muss was an mir vorbei gegangen sein!

 

 

Es geht los: wir sitzen mitten in einer Oberstufenklasse?

Genau wie unsere Eltern früher, konnten wir nicht pünktlich genug da sein. Dementsprechend waren wir auch unter den Ersten, die ihre Plätze eingenommen haben und konnten noch einmal ganz gemütlich ein Nickerchen auf unseren Plätzen machen, bevor es losging. Auch hier setzte sich wieder das Gefühl durch: um uns sitzen nur Menschen aus einer fernen Generations-Galaxis. Bemerkbar machte sich das dann später durch ohrenbetäubendes Gekreische, dass den Fans der Backstreet Boys vor 15 Jahren alle Ehre gemacht hätte. Oder wenn die Mädels hinter uns die Lieder aus den vorgestellten Videos mitgesungen haben. Oder wenn alles mit “mega-irgendwas-toll” betitelt wurde. Oder wenn vor Beginn der Veranstaltung aufgezählt wurde, welchen ihrer Lieblinge sie schon wo haben sitzen sehen, welche Friseur die Stars tragen und welcher Kanal-Inhaber gerade mit wem im Gespräch ist. Außer dem großen LeFloid waren mir alle Gesichter unbekannt.

TV meetz YouTube – ich mags’ nicht

Dieses Jahr wurde die Veranstaltung zum ersten Mal im Fernsehen live übertragen. Man muss ja schon fast sagen, gottseidank vom ARD und dem SRF. Ich möchte mir nicht vorstellen, wie das mit einem Privatfernsehsender ausgesehen hätte. Insofern war es stylisch-seriös und ansatzweise witzig. Man band immer  witzige Vergleiche zwischen TV-Größen und YouTubern ein, die den meisten Anwesenden wahrscheinlich nichts gesagt haben. Daher war es oft der Versuch, die Fernsehzuschauer mit einzubinden, als die anwesende Internet-Gemeinde. Aus mir unerklärlichen Gründen, aber da lasse ich mich gerne aufklären und/oder eines Besseren belehren, habe ich nicht verstanden warum zum Beispiel Otto mit aufgetreten ist. Aber auf der anderen Seite habe ich auch nicht verstanden, was an der musikalischen Live-Act Darbietung so geil war (die Teenies um uns herum waren da sichtlich anderer Meinung!). Für mich war es an vielen Stellen der Versuch, die Generation YouTube dem allgemeinen TV-Zuschauer näher zu bringen. Dabei ist der Webvideopreis eigentlich die Gelegenheit der YouTube Gemeinde sich selbst zu feiern. Auf der anderen Seite freue ich mich natürlich für den Webvideopreis, dass er so groß und erfolgreich geworden ist. Also – gemischte Gefühle was TV meetz YouTube angeht.

Meine Highlight-Videos

Von der ehrlichen Werbung kann man sich nur angesprochen fühlen. Es drückt einfach so stark unsere Generation aus.

Bereits im letzten Urlaub war “The Clavinor” ein Gesprächsthema beim Abendessen. Und so haben wir uns mit voller Freude, viel Lachen und Gekicher diese tollen Videos der Reihe nach reingezogen. Einfach großartig! Insbesondere die Loops für zwischendurch.

Für mich ist es die Band des Jahres! Und ganz eindeutig haben Annenmaykantereit zwar eine große Gefolgschaft auf sämtlichen Social Media Kanälen, denn die hat dazu beigetragen, dass sie den Preis in der Kategorie Musik gewonnen haben. Aber, für die eigentliche YouTube Zielgruppe sind sie auch schon wieder zu alt. Das hat das Kreisch-Barometer im Saal eindeutig gezeigt. Egal, für mich sind sie dieses Jahr die größten, ich kann ihre Lieder stundenlang auf Endlos-Schleife hören, auch wenn ich für sie wiederum schon zu alt bin.

Einfach großes Kino. Kann man nicht anders sagen.

CIRCUIT from KREISFILM on Vimeo.

Fazit – nächstes Jahr wieder >> Blick ins Paralleluniversum

 

Nachtrag

Gebloggt hat auch Michaela Brandl zum Webvideopreis. Ihren Beitrag gibt es hier zu lesen.

 

 

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