Showcases: Malte Hildebrandt (Sevenone Ad Factory), Uwe Lübbermann (Premium-Cola), Thorsten Schütte-Gravelaar (smartclip AG)

Moderator: Christian Maeier (Meedia)

Laut Programmheftchen sollte es in dieser Veranstaltung um einen neuen Blick auf aussichtsreiche Kampagnen handeln. Doch mit einem so kontrovers besetzten Podium konnte es nur um die Diskussion „Werbung vs. Keine Werbung – was ist erfolgreicher“ gehen.

Doch vorab ein paar Stichpunkte zu den beiden Keynotes von Malte Hildebrandt und Uwe Lübbermann:

Die Sevenone Ad Factory hat hier einige Modelle für moderne Werbeformen im TV vorgestellt. Wichtig mitzunehmen war 1. Die klassische Kampagne ist nicht tot 2. Social Media ist wichtig, hat aber teilweise begrenzte Funktionen und kann daher nur einen Platz im Marketing Mix einnehmen 3. Testimonials bleiben weiterhin wichtig und 4. Die Zuschauer können heute gar nicht mehr wegschalten, die haben soviele Geräte in den Händen (Handy, (Tablet) PC und Fernbedienung), dass die gar keine Hand freihaben zum zappen.

Drei Beispiele für moderne Werbeformen im TV waren dabei besonders markant:

In der Telenovela „Anna und die Liebe“ entwickelt die Telenovela-Agentur die Kampagne „Alles Gute beginnt mit einem Cafe“ für McDonalds Cafe. Die Kampagne wird dann auch komplett ausgerollt über Facebook, Print und Out of Home Plakate. Einen Artikel dazu gab es von der W&V.

In der TV Show „Germany’s next Topmodel“ wurden Anfang des Jahres den Mädels Modelle der neuen Swatch Uhr Ice-Watch ausgehändigt. Das wurde natürlich in der Folge gut diskutiert. Anschließend waren die Swatch-Uhren Deutschlandweit ausverkauft.

Ernie aus der Serie Stromberg zeigt in einer lustigen kleinen Story wie er mit Windows 7 arbeitet. Das Ganze stößt beim Zuschauer auf Begeisterung und erreicht damit eine hohe Glaubwürdigkeit. Ein Beispiel für diese Dauerwerbesendung gibt es hier.

Als starker Kontrast zu einem, doch sehr Werbe-durchdrungengen Medium, präsentierte Uwe Lübbermann das Konzept von Premium-Cola, einem Konkurrenten von Afric Cola aus Hamburg. Das Start-up hat sich auf die Fahne geschrieben, keine Werbung zu betrieben. Denn die nervt nur den Kunden. Daher sind Werbekosten auch nicht in den Verkaufspreis mit eingerechnet. Ganz besonders hervorzuheben ist an dieser Stelle das innovative Konzept des Anti-Mengenrabatts: zur Unterstützung kleinerer Händler und dadurch kleinen Mengenabnahmen gibt es auch Händlerrabatt für kleine Abnahmemengen. Somit soll den Händlern diese Hürde genommen und auch gleichzeitig ein WOM Effekt geschaffen werden. Das ist mit 50% steigendem Umsatz pro Jahr dann auch gelungen.

Was Inhalte betrifft, so setzt Premium-Cola auf das Pull-Prinzip. Um die Website einmal komplett zu lesen benötigt ein Nutzer im Durchschnitt 6 Stunden. „Da ist Substanz dahinter“, so Lübbermann. Im Gegensatz dazu gibt es keine Aufsteller am POS, denn das hat wenig Inhalt und „nervt nur den Konsumenten“

Zu der anschließenden Diskussion sei nur gesagt, dass sie sich kurzzeitig sehr heftig um das Thema Facebook handelte („es ist auch nur ein Hype und ob die Reichweite wirklich erreicht wird ist fraglich“) und auch um Dauerwerbesendungen im Fernsehen (Kommentar eines Zuschauers „Ich fühle mich hier bestätigt, dass ich heute kein Fernsehen mehr schaue“). Fazit des Podiums war daraufhin „Es kommt immer auf die Zielsetzung des Kunden an – will er sich berieseln lassen (dann schaut er eher TV) oder möchte er sich informieren lassen (dann surft er im Internet)“.

Persönlich fand ich beide Beiträge äußerst spannend und muss hier, typisch der BWL-er, sagen, dass es immer auf die Zielsetzung des Werbetreibenden ankommt und auch die Zielgruppe, die er erreichen möchte. Denn Kunden einer Premium-Cola werden bestimmt aus den oben genannten Gründen einen Kauf tätigen, während Teenie-Girls waaahnsinnig gerne die neue Ice-Watch haben möchten weil der angehimmelte Star im Fernsehen genau diese auch hat. Also, wie gehabt – alles im Auge des Betrachters.

 

Link zur Header Grafik

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*