Oder das exzessive Ausleben einer Social Media Sucht via Twitter #moca12

Tanzmaus

In den letzten Monaten ist es auf diesem Blog recht still geworden. Ein Ausflug auf das Monitoring Barcamp in Hamburg an diesem Wochenende hat mich aber darin bestärkt, mal wieder einen Artikel zu verfassen. An dieser Stelle: vielen vielen Dank an die Organisatoren und die Sponsoren des Barcamp und an Simyo für die tollen Akkugeräte – ich wäre sonst nicht in der Lage gewesen permanent online zu sein! Es war mein erstes Barcamp und es hat mir richtig viel Spaß gemacht! Die Location war super ausgewählt, das Essen hat gestimmt, die Teilnehmer waren geduldig, freundlich und einfach gut drauf. Auch die Sessions waren jeweils einzigartig und ich konnte überall ein Quentchen Einblick, Verständnis oder eine Idee mitnehmen.

Alles in allem: Chef, ich will wieder auf ein Barcamp! ^^

Hier noch ein paar Punkte, die ich fachlich mitgenommen habe:

  1. Alles ist „relativ einfach zu verstehen oder zu bedienen“ – So der O-Ton der Tool-Vertreter. Das ist gar nicht böse gemeint. Es war für mich eine Essenz, das Nutzerfreundlichkeit und die Möglichkeit als Anwender viele Einstellungen zu nutzen, gegeben sind.
  2. Zur Auswahl eines Monitor Anbieters muss ich mir über einige Punkte klar werden. Zum Beispiel, dass es derzeit eine hohe Dynamik unter den Anbietern gibt, wie die vielen neuen Entwicklungen und eigenen Programmierungen. Dadurch lassen sich die Anbieter und ihre Lösungen miteinander miteinander schwer vergleichen. Wechselt man den Anbieter, kann man die Ergebnisse anschließend nicht aufeinander aufbauen lassen, da jeder anders misst. Da werden der share of buzz oder der share of voice, das Engagement und viele andere KPI’s anders berechnet. Auch die Quellenrelevanz wird anders bewertet und die Suchterm-Logik weist andere Feinheiten auf.Wie kann man als Anwender jetzt vorgehen? Dies sind die Fragen, die man sich laut Barcamp stellen sollte: woher kommt der Anbieter? Wo liegen seine Kernkompetenzen (ist es eine Agentur, eine Unternehmensberatung, ein IT-Unternehmen, ein Medienbeobachter oder ein Marktforschungsinsitutut)? Denn die Herkunft bestimmt die Ausprägung des Monitorings. Weiter sollte man sich selbst fragen, was man genau braucht: ein reines Text- Monitoring, eine Kennzahlen Analyse über das Verhalten der Nutzer oder eine Engagement-Analyse über die Dialoge der Nutzer und der Interaktion mit meiner Marke. Wenn man sich diese Frage schonmal beantworten kann, sollte man sich anschließend überlegen, welche Datenerhebung und –aufbereitung man benötigt. Wichtig ist auch: in welchen Formaten kann ich diese Daten erhalten und kann ich sie in meine bestehenden Reportings mit einfügen? Wenn man in einem Team arbeitet oder der Social Media Kanal von einem Call Center betreut wird, sind Workflow Komponenten oder eine Aufgabenverteilung und die anschließende Auswertung der Abwicklungseffizienz von hoher Bedeutung.Ich persönlich denke, dass man mit diesen Fragen für sich selbst das perfekte Tool finden kann! Also vielen Dank für diesen tollen Vortrag und die präzisen Einsichten.
  3. Zum Thema Datenschutz
    Man unterscheide zwischen anonymen und pseudonymen Daten. Bei anonymen Daten kann ich die Daten keiner bestimmten Person zuordnen. Pseudonyme Daten lassen sich einer mir unbekannten Person zuordnen. Sammelt man pseudonyme Daten, muss man dem Nutzer eine Opt-out Option geben und darf Daten aus unterschiedlichen Quellen nicht miteinander vermengen.Zum Thema Unternehmenskommunikation auf Twitter sollte man sich unbedingt merken, dass das Folgen eines Accounts noch lange nicht für eine Einwilligung des Nutzers steht, das gilt insbesondere für Privatnachrichten, oder im Falle von Twitter Direktnachrichten, zu erhalten. Wer es trotzdem macht, läuft Gefahr dafür verklagt zu werden. Denn in diesem Fall handelt es sich um ungewollte Werbung, für die der Nutzer keine Einwilligung gegeben hat.
  4. Was Monitoring Tools nicht leisten können #fail
    Mein „Takeaway“ aus dieser Session war die Information, dass zum Beispiel Google auch die Werbeeinblendungen auf einer Seite mit ausliest. Das Paradebeispiel sind Nachrichtenseiten, die zum einen ihre Topthemen im Marginalbereich mit ausspielen oder Werbeformate auf der Seite platziert haben. Diese werden in die Stichwortsuche mit aufgenommen. Der Nutzer erhält dann im Sucherergebnis eine für ihn nicht relevante Seite, da sich die Topthemen bereits geändert haben oder die Werbeeinblendungen nun andere sind.
  5. Kotzen…ähm…Katzencontent
    Das Thema Edgerank war ein Dauergast oder ein Dauergespenst, eine Art bedrohliche, nicht sichtbare Existenz, die uns Angst und Unbehagen bereitet. Die dazu gepriesene Medizin war der weit verbreitete Katzencontent. Augen zu und durch – auch wenn es bitter schmeckt – war der allgemeine Rat. Darüber konnte man sich einigen: Katzencontent hat meist nicht viel mit der Marke zu tun und nervt viele Nutzer. Aber er erreicht hohe Interaktionsraten und beeinflusst somit den Edgerank meiner Seite positiv. Veröffentliche ich daraufhin relevante Beiträge, steigt die Sichtbarkeit für diese Beiträge. Verzichte ich auf Katzencontent, bleibt mir nur die Bezahlvariante. Das kann bei einer hohen Fanzahl schon mal richtig teuer werden. Sollen die Fans gefällt mir drücken, den Beitrag teilen oder darauf kommentieren, muss ich so oder so in den sauren Apfel beißen.Fazit: Katzen oder Kohle, so sieht die Facebook Zukunft aus.
  6. Mal was anderes: Qualitative Insights oder so gehe ich an eine Studie heran
    Mein persönliches Highlight an Tag zwei war der Vortrag von Vico Research zu qualitativen Studien. Vorgestellt wurden drei Studien (knackig und kurz) und wie man sich an so eine Studie herantastet, sprich mit welcher Fragestellung fängt man an, welche Methode wählt man, welche Stufen gibt es. Also: Welche Gruppen existieren in dem Kanal oder dem Medium, das ich analysieren möchte (Affinity, Gewohnheits- und Ausnahmenutzer), wie sind diese im Vergleich auf die Bevölkerung representiert? Dann: welche Zielgruppe gibt es und wie definieren sich diese (Wünsche, Ansprüche, Kenntniss etc.). Wieviele Fokusgruppen sollte man analysieren, ohne sich dabei zu sehr im Detail zu verlieren? Anschließend geht es in die Auswertung und hier liegt es am Vorgehen des Anbieters, ob zum Beispiel eine finale Präsentation richtig ist, oder ob pro Meilenstein Erkenntnisse mit dem Kunden geteilt werden.Ein Rat an letzter Stelle zu den kontinuierlichen qualitativen Reportings war: Man soll nicht einfach nur die KPI’s betrachten, oder wie sich die Tonalität verändert, sondern man soll auch mehr auf die Fragestellungen an sich eingehen, welche Themen wichtig sind und welche strategischen Maßnahmen man aus diesen Ergebnissen ableitet.

Zum Monitoring Battle sei von mir nur gesagt, dass ich es eine tolle Idee finde. Man sollte sich aber auf ein Feature konzentrieren, zum Beispiel die Tonalitäts-Analyse und das von den einzelnen Anbietern vorstellen lassen. 10 Minuten bei 8 Präsentationen war einfach zu viel.

Ansonsten – super super super und ich freue mich darauf, das ein oder andere Gesicht bei der nächsten Veranstaltung oder auch mal in Düsseldorf wiederzusehen!

Ps: alle Bezeichnungen richten sich an beide Geschlechter.

 

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